Edward Rushton

„All right sunny Jim, it’s first First Time Bar bar time.“

Im englischen Sprachgebrauch gibt es ganz andere Bezeichnungen als im Deutschen, auch für die gängigsten musikalischen Begriffe. So heisst zum Beispiel das, was im deutschsprachigem Raum als “ersten Ausgang” oder “erstes Haus” bezeichnet wird, im Englischen “First Time Bar”, “Erstes-Mal-Takt”. Der Musiklehrer in der Schule in Leeds, die ich zwei Jahre lang besucht habe, pflegte immer zu sagen, dass er nach seiner Pensionierung eine Kneipe mit dem Namen “The Crotchet Rest” („Die Viertelpause”) aufmachen würde. Falls mich mal ein ähnlicher Wunsch überkommen würde, trüge mein Lokal vielleicht den Namen “The First Time Bar”. Neue Kunden würden dann “this is my first time in the First Time Bar” sagen, und ich könnte unanständigen TrinkerInnen ein Hausverbot erteilen (womit sie eine “First Time Bar bar” hätten, wenns die erste Sperrung wäre, gar eine “first First Time Bar bar”), und zwar mit folgenden Worten: “All right sunny Jim, it’s first First Time Bar bar time“. Bevorzugte Kundschaft meiner Kneipe wären natürlich Jungfrauen aller Geschlechts- und Musikrichtungen, die es aber nicht mehr sein wollen und sich zu diesem Zweck gegenseitig kennenlernen möchten.

Meine Musik

„Für mich müsste Musik in der Regel immer so aufregend sein wie ein gelungenes erstes Mal. Sowohl in Bezug auf das „warum“ sie komponiert wurde, wie sie von den InterpretInnen weitergegeben wird, und was sie mit den ZuhörerInnen macht.“

Vita

Edward Rushton studierte Klavier und Komposition an der Chetham’s School of Music in Manchester, an der Universität Cambridge und an der Royal Scottish Academy of Music and Drama. Nach einem zweijährigen Aufenthalt als Korrepetitor in Münster, Westfalen, zog Rushton nach Zürich, um in der Meisterklasse von Irwin Gage Liedinterpretation zu studieren. 2001 schloss er mit Auszeichnung ab. Seit 2000 ist Edward Rushton Dozent für Liedbegleitung an der Musikhochschule Luzern.
Als Liedbegleiter ist er in Deutschland, Grossbritannien, Belgien, Polen, Frankreich, Griechenland und der Schweiz mit Sängerinnen und Sängern wie Juliane Banse, Sybille Diethelm, Jeannine Hirzel, Yvonne Naef, Robin Adams, Richard Burkhard, René Perler, Jakob Pilgram, Lázsló Polgár, Jonathan Sells und Simon Wallfisch aufgetreten. Er spielt auch in verschiedenen kammermusikalischen Formationen, wie zum Beispiel im Harry White Trio (mit Harry White, Saxophon und Pi-Chin Chien, Cello). Neulich gründete er das Miravia Duo zusammen mit der englischen Pianistin Alison Cullen.

Er hat mehrere CDs für die Labels Guild Music, Musicaphon, Musiques Suisses, BIS und Lyrita eingespielt, unter anderen von Liedern und Klavierwerken des Schweizer Spätromantikers Walter Courvoisier mit Jeannine Hirzel und Robin Adams (MGB CD 6262), von Liedern der Schweizer Komponisten Emil Frey, Max Zehnder, Walter Lang und H.S. Sulzberger mit Sybille Diethelm und Valentin Johannes Gloor (MGB CD 6280), des englischen Komponisten Geoffrey Bush mit Simon Wallfisch (SRCD 343). Eine weitere CD Aufnahme, von Liedern von Milhaud, Honegger, Caplet und Ravel, mit Simon Wallfisch, erschien im Juni 2016 bei Nimbus Records (NI 5938).

Seine Vorliebe für das Liedrepertoire und sein Wunsch, dieses weiter zu verbreiten, veranlasste ihn 2015 das Projekt “Besuch der Lieder” ins Leben zu rufen, mit dem Zweck, zusammen mit einem auserlesen Ensemble von SängerInnen und PianistInnen Liederabende in Privaträumen der Schweiz zu veranstalten.

Auch als Komponist ist Edward Rushton gefragt. Zahlreiche Ensembles in Grossbritannien, Deutschland, Frankreich und der Schweiz haben Stücke von ihm in Auftrag gegeben und aufgeführt. Seine Opern, die meisten zu Libretti von Dagny Gioulami, waren unter anderem in London, Birmingham, Zürich, Hannover, Kassel, Bregenz und Philadelphia zu hören.

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