Simone Keller (Pianistin)

Die erste Probe eines neuen Stückes ist für mich immer etwas ganz besonderes, insbesondere wenn es sich um sogenannt „Neue Musik“ handelt und wir Interpreten ein Dornröschen aus dem Schlaf küssen dürfen, das vielleicht bisher erst eine Kopfgeburt war. Ich geniesse diese Proben wie ein kleines Kind beim Geschenke auspacken, wenn wir eine neue Musik zum Klingen bringen, die vor uns noch niemand gehört hat und wir gemeinsam die Stärken und Schwächen eines neuen Stückes entdecken – immer in der Hoffnung, dass „alles gut wird“.

Vita

Die Schweizer Pianistin Simone Keller absolvierte ihre Ausbildung in der Konzertklasse von Hans-Jürg Strub an der Zürcher Hochschule der Künste. Daneben nahm sie Orgel- und Hammerflügelunterricht und besuchte Meisterkurse bei Andrzej Jasinski, Siegfried Mauser, Karl Engel und Hartmut Höll. Sie erhielt verschiedene Preise, Auszeichnungen und Stipendien. Als Solistin und Kammermusikerin übt sie in unterschiedlichsten Formationen und Stilrichtungen eine rege Konzerttätigkeit in der Schweiz und vielen anderen Ländern aus. Während vielen Jahren wirkte sei beim Collegium Novum Zürich als Zuzügerin. Daneben ist sie als Theatermusikerin tätig, engagiert sich in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Sinfonieorchester für Vermittlungsprojekte und ist in mehreren kulturpolitischen Gremien aktiv. Für den Böhlau-Verlag in Wien hat sie Galina Ustwolskajas Klaviersonaten eingespielt, hat verschiedene Solo- und Kammermusik-Aufnahmen in Zusammenarbeit mit dem SWR Experimentalstudio und dem Schweizer Radio DRS realisiert und bei mehreren Hörspielen für den Merian-Verlag mitgewirkt.

Das von jungen Musikern 2007 in Zürich gegründete ENSEMBLE TZARA hat eine Vorliebe für Komponisten derselben Generation. In variablen Besetzungen werden neuste Werke und Klassiker des 20. und 21. Jahrhunderts aufgeführt.
Der Name ist eine Hommage an Tristan Tzara, Mitbegründer des Dada in Zürich, und zugleich Programm: Das ENSEMBLE TZARA stellt traditionelle Kunstformen in Frage und entwickelt alternative Konzertformate.
Ein weiteres Anliegen des Ensembles ist es, junge Ohren für zeitgenössische Musik zu öffnen. Die eigens dafür konzipierten „Satelliten-Konzerte“ machen vermeintlich Unzugängliches fassbar und wecken Begeisterung für aktuelles Kunstschaffen.
Das ENSEMBLE TZARA gastiert im In- und Ausland und erhielt 2012 von der Stadt Zürich das Werkjahr für Interpretation.